JobsVom GoGermany-Redaktionsteam · 2026-08-03
Ein Leitfaden 2026 für die Arbeit als Maler und Lackierer in Deutschland: Gehälter nach Region, Visums- und Anerkennungswege, der Ausbildungsweg, Nachfrage im Baugewerbe und wie man sich aus dem Ausland bewirbt.
Deutschland steckt mitten in einem langen Bau- und Sanierungsboom, und hinter jeder fertigen Wand, jeder Fassade und jeder frisch beschichteten Oberfläche steht ein Maler und Lackierer. Es ist eines der klassischen Handwerke des Landes — angesehen, gut organisiert und derzeit dringend auf Fachkräfte angewiesen. Für ausgebildete Maler aus dem Ausland macht dieser Mangel zusammen mit dem reformierten Einwanderungsrecht einen Umzug wirklich realistisch.
Dieser Leitfaden zeigt, was ein Maler und Lackierer 2026 tatsächlich verdient, welche Visumswege offenstehen, wie man seine Qualifikation anerkennen lässt, wie der Ausbildungsweg aussieht und wie die Nachfrage im Baugewerbe ist.
Der deutsche Maler und Lackierer ist weit mehr als jemand, der Farbe an die Wand rollt. Es ist ein formaler Handwerksberuf, der Gestaltung, Schutz und Instandsetzung von Oberflächen umfasst. Je nach Fachrichtung kann die Arbeit Folgendes beinhalten:
Im Alltag bedeutet das: Oberflächen vorbereiten, Farben, Lacke und Beschichtungen anmischen und auftragen, Dämmung anbringen und zunehmend Kunden zu Farbe und energieeffizienter Sanierung beraten.
Die Bezahlung hängt von Region, Betriebsgröße, Fachrichtung und davon ab, ob der Betrieb dem Tarifvertrag im Maler- und Lackiererhandwerk folgt. Als grober Richtwert verdient ein ausgebildeter Geselle etwa 2.500–3.400 € brutto pro Monat, während erfahrene Kräfte, Vorarbeiter und Meister 3.800 €+ erreichen.
Wichtig: Das Malerhandwerk hat einen eigenen verbindlichen Branchenmindestlohn, der über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn (2026 rund 12,82 € pro Stunde) liegt: Ausgebildeten Gesellen wird ein deutlich höherer Stundenlohn garantiert als ungelernten Helfern. Süd- und Westdeutschland zahlen in der Regel mehr, und ein West-Ost-Gefälle besteht weiterhin.
| Region | Typisches Monatsbrutto (ausgebildeter Maler) |
|---|---|
| Bayern | 2.700–3.600 € |
| Baden-Württemberg | 2.700–3.600 € |
| Nordrhein-Westfalen | 2.500–3.400 € |
| Hessen | 2.600–3.500 € |
| Berlin / Hamburg | 2.500–3.400 € |
| Ostdeutschland (Sachsen, Thüringen) | 2.300–3.000 € |
Während der Ausbildung verdienen Auszubildende eine steigende Ausbildungsvergütung, üblicherweise von etwa 850 bis über 1.300 € pro Monat über die drei Jahre — das Malerhandwerk ist für eine relativ gute Ausbildungsvergütung bekannt. Überstunden und Fahrten zu Baustellen können weitere Zulagen bringen.
Seit der Erweiterung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes stehen Malern aus Nicht-EU-Ländern mehrere realistische Wege offen. Das Malerhandwerk ist ein anerkannter Ausbildungsberuf — genau das Profil, das Deutschland gewinnen möchte.
1. Visum für Fachkräfte (Aufenthaltstitel für Fachkräfte). Wenn Ihre Malerqualifikation als gleichwertig mit der deutschen anerkannt ist und Sie ein Jobangebot haben, ist dies der Hauptweg. Er führt zu einem an Fachkraftarbeit gebundenen Aufenthaltstitel und schnell zur Niederlassung.
2. Chancenkarte. Ein punktebasierter Aufenthalt, mit dem Sie bis zu 12 Monate zur Jobsuche nach Deutschland einreisen können. Punkte gibt es für Qualifikation, Deutsch- oder Englischkenntnisse, Alter und Erfahrung. Ideal, wenn Sie noch kein Angebot haben. Prüfen Sie Ihre Punktzahl mit unserem Eignungs-Check.
3. Anerkennungspartnerschaft. Ein neuerer Weg, bei dem Sie mit einem Jobangebot einreisen und die Anerkennung Ihrer Qualifikation abschließen, während Sie bereits in Deutschland arbeiten, statt sie vorher zu beenden.
4. Ausbildungsvisum. Wenn Sie noch keine formale Qualifikation haben, können Sie zur Ausbildung einreisen. Eine deutsche Malerausbildung (siehe unten) ist ein gut unterstützter Weg mit eigenem Aufenthaltstitel.
Welchen Weg Sie auch wählen: Nach der Ankunft melden Sie Ihren Wohnsitz an (Anmeldung) und wenden sich für Ihren Aufenthaltstitel an die örtliche Ausländerbehörde.
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Anerkennung ist die formale Feststellung der Gleichwertigkeit Ihrer ausländischen Qualifikation mit dem deutschen Standard. Bei einem Handwerk ist das wichtig. Der Ablauf sieht meist so aus:
Das Portal anerkennung-in-deutschland.de ist der offizielle Startpunkt. Das Übersetzen und Beglaubigen von Dokumenten dauert, also fangen Sie früh an. Deutsch parallel zu lernen erleichtert jeden Schritt — unsere Angebote zum Deutsch lernen sind genau dafür gemacht.
Wenn Sie am Anfang Ihrer Laufbahn stehen, ist der klassische Einstieg eine Ausbildung zum Maler und Lackierer — eine dreijährige duale Ausbildung, die bezahlte Arbeit auf echten Baustellen mit der Berufsschule verbindet. Sie verdienen während des Lernens, schließen mit einem bundesweit anerkannten Gesellenbrief ab und sind danach sehr gefragt. Viele Betriebe werben aktiv Auszubildende aus dem Ausland an, weil einheimische Bewerbungen zurückgegangen sind.
Für den Einstieg braucht man meist zumindest Grundkenntnisse in Deutsch (oft B1, manchmal B2) und einen Schulabschluss. Dieser Weg verwandelt eine Sprachinvestition in eine echte, übertragbare deutsche Qualifikation — und öffnet später die Tür zum Meister-Titel und zum eigenen Betrieb.
Malen ist qualifizierte, aber körperliche Arbeit. Sie sind den ganzen Tag auf den Beinen, oft auf Gerüsten oder Leitern, heben Material und arbeiten im Freien an Fassaden bei Kälte oder Hitze. Der Kontakt mit Farben, Lösungsmitteln und Staub macht Schutzausrüstung wichtig, doch moderne emissionsarme Produkte haben die Bedingungen deutlich verbessert.
Der Vorteil: stetige, praktische Arbeit mit sichtbaren Ergebnissen, geregelte Tagesarbeitszeiten (meist keine Nachtschichten), planbare Wochenenden und eine klare Leiter vom Azubi über den Gesellen zum Meister. Wenn Sie praktische Arbeit und Abwechslung auf verschiedenen Baustellen mögen, passt es gut.
Die Nachfrage ist stark und strukturell. Deutschlands Bau- und Sanierungsbranche leidet unter einem anhaltenden Fachkräftemangel, und das Malerhandwerk steht mittendrin. Zwei große Treiber halten die Pipeline voll: der enorme Schub zur energetischen Sanierung von Millionen älterer Gebäude und eine Welle in den Ruhestand gehender Handwerker, deren Lücken junge Einheimische nicht füllen. Maler- und Fassadenberufe stehen häufig auf den Listen der Mangelberufe, was das Visumsverfahren erleichtern kann. Kurz gesagt: Ein qualifizierter, motivierter Maler mit etwas Deutsch hat fast überall im Land gute Aussichten — mit der besten Bezahlung im Süden.
Deutschlands Gebäude müssen ständig geschützt, saniert und aufgefrischt werden — und das Land braucht zunehmend die Menschen, die diese Arbeit leisten. Mit einer anerkannten Qualifikation, etwas Deutsch und der Bereitschaft, mit den Händen zu arbeiten, ist eine Karriere als Maler und Lackierer in Deutschland gut erreichbar.