Jeder deutsche Satz braucht ein deutlich ausgeschriebenes Subjekt, selbst dann, wenn es der Bedeutung nach gar keinen echten ‚Handelnden' gibt — und genau das ist der Fall, wenn man über das Wetter spricht. In manchen Sprachen kann man das Gegenstück zu ‚es regnet' oder ‚es ist kalt' ganz ohne Subjekt sagen, weil die Verbendung allein genug Information trägt, um einen vollständigen Satz zu bilden. Das Deutsche erlaubt niemals einen Satz ohne ausgeschriebenes Subjekt, deshalb verwendet es ein besonderes Platzhalter-Pronomen, das man als Scheinsubjekt oder ‚Wetter-es' bezeichnet: es.
Dieses es verweist auf nichts Wirkliches in der Welt — es ist nicht ‚er' oder ‚sie' im gewöhnlichen Sinne. Es existiert einzig dazu, die Subjektstelle zu besetzen und den Satz grammatikalisch korrekt zu halten. Du begegnest ihm in Wendungen wie Es regnet (‚es regnet'), Es schneit (‚es schneit'), Es ist kalt (‚es ist kalt'), Es ist 20 Grad (‚es sind 20 Grad').
In der Praxis gibt es zwei Muster: ein Verb allein nach es, etwa regnet, schneit oder donnert, und es ist gefolgt von einem Adjektiv, etwa kalt, warm, sonnig oder bewölkt. In beiden Fällen bleibt es an seinem Platz — meist am Satzanfang oder direkt nach dem Verb, wenn der Satz mit einem Zeitwort wie heute beginnt.
Wenn man über die Jahreszeiten spricht, verwendet das Deutsche die Präposition im, die Kurzform von in dem, vor dem Namen der Jahreszeit: im Sommer (‚im Sommer'), im Winter (‚im Winter'). Die Namen der Jahreszeiten sind im Deutschen immer maskulin — der Sommer, der Winter —, weshalb sie im nehmen und nicht in der oder in das.
Der häufigste Fehler besteht darin, das es ganz wegzulassen, denn der Instinkt eines Lernenden — geprägt von einer Sprache, die subjektlose Sätze erlaubt — ist es, das Verb allein für ausreichend zu halten und Regnet heute statt Es regnet heute zu schreiben. Das ergibt einen Satz, der für ein deutsches Ohr fehlerhaft oder verwirrend klingt, denn anders als in manchen Sprachen trägt die deutsche Verbform selbst nicht implizit die Information darüber, wer oder was das Subjekt ist.