Über eine Reise zu sprechen, die man unternommen hat, gehört zu den häufigsten Themen in der mündlichen B1-Prüfung, besonders im Sprechen Teil 2, in dem du eine kurze, geordnete Präsentation über eine persönliche Erfahrung hältst. Dafür musst du drei Grammatikwerkzeuge, die du getrennt gelernt hast, zu einer zusammenhängenden Erzählung verbinden: das Perfekt, um die Hauptabfolge der Ereignisse der Reihe nach zu erzählen, das Plusquamperfekt, wenn du auf ein Ereignis hinweisen musst, das vor einem anderen bereits erwähnten Ereignis in der Vergangenheit geschehen ist, und die Relativsätze, um Orte und Personen genauer zu beschreiben, als es ein einzelnes Adjektiv erlaubt, wie in Das Hotel, in dem wir wohnten, war sehr schön.
Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: die Präpositionen, die bei Reisezielen verwendet werden, denn die Wahl hängt im Deutschen von der Art des Ortes ab, nicht nur von einer allgemeinen Vorstellung von "nach" oder "zu". Das unterscheidet sich von Sprachen, die oft mit einem einzigen Allzweckwort für "nach" auskommen. Bei Städten und den meisten (grammatisch sächlichen) Ländern verwendest du nach ganz ohne Artikel, wie in nach Marokko oder nach Berlin. Bei Ländern, die grammatisch feminin oder Plural sind, wie die Türkei, die Schweiz oder die USA, verwendest du in die, weil diese Länder einen festen Artikel tragen, der sichtbar bleiben muss. Bei natürlichen Zielen wie dem Meer oder den Bergen verwendest du an oder auf, je nach Art des Ortes, wie in ans Meer oder auf die Insel.
Das Perfekt allein reicht nicht aus, um eine reiche Geschichte zu erzählen; eine starke Erzählung auf B1-Niveau mischt Hauptereignisse im Perfekt mit beschreibenden Details aus Relativsätzen oder mit fertigen, ausdrucksstarken Wendungen wie Das hat mich beeindruckt oder Es hat mir sehr gefallen, die der Erzählung eine persönliche, emotionale Note geben, die über eine trockene Aufzählung von Fakten hinausgeht.
Der häufigste Fehler ist, in statt nach zu verwenden, wenn man von einem Ziel (wohin?) statt von einem Ort (wo?) spricht, was zu Sätzen wie Ich fahre in Deutschland führt, wenn eigentlich "Ich reise nach Deutschland" gemeint ist — die richtige Form ist Ich fahre nach Deutschland. Merke dir: in kennzeichnet das Sich-Befinden in einem Ort, während nach das Zusteuern darauf kennzeichnet — eine entscheidende Unterscheidung unter den deutschen Präpositionen der Bewegung.