Visum & PapiereVom GoGermany-Redaktionsteam · 2026-08-02
Ein praktischer Leitfaden 2026 für Antragstellende in China zur deutschen Chancenkarte: wie das Punktesystem funktioniert, der Ablauf Schritt für Schritt, die realen Kosten und die benötigten Unterlagen.
Die deutsche Chancenkarte (Opportunity Card) ermöglicht es qualifizierten Menschen, nach Deutschland zu ziehen, um Arbeit zu suchen – noch bevor sie ein Jobangebot haben. Für Antragstellende in China ist sie einer der flexibelsten Wege in den deutschen Arbeitsmarkt: Sie reisen mit dem legalen Recht ein, bis zu ein Jahr lang auf Jobsuche zu gehen, und dürfen während der Suche Probe- oder Teilzeitarbeit annehmen. Dieser Leitfaden erklärt das Punktesystem, die genauen Schritte von Peking, Shanghai, Guangzhou oder Shenyang aus, die Kosten und welche Unterlagen chinesischen Antragstellenden am häufigsten Probleme bereiten.
Die Chancenkarte ist ein Aufenthaltstitel zur Arbeitsplatzsuche, eingeführt im Rahmen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (Skilled Immigration Act). Es gibt zwei Wege hinein:
Die meisten Antragstellenden aus China nutzen das Punkteverfahren, denn die vollständige Anerkennung (Anerkennung) eines chinesischen Abschlusses oder einer beruflichen Qualifikation dauert oft Monate und lässt sich leichter nach der Einreise abschließen.
Sie benötigen mindestens 6 Punkte. Die Punkte stammen aus folgenden Kategorien (Sprachpunkte lassen sich nicht doppelt zählen):
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Qualifikation teilweise anerkannt oder Mangelberuf (Engpassberuf) | 1 |
| Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung (in den letzten 5 Jahren) im Fachgebiet | 2 |
| Mindestens 5 Jahre Berufserfahrung (in den letzten 7 Jahren) | 3 |
| Deutschkenntnisse: A2 | 1 |
| Deutschkenntnisse: B1 | 2 |
| Deutschkenntnisse: B2 oder höher | 3 |
| Englisch auf C1 (nur wenn nicht Muttersprache) | 1 |
| Unter 35 Jahre alt | 2 |
| 35–40 Jahre alt | 1 |
| Früherer rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (mind. 6 Monate, kein Tourismus) | 1 |
| Anerkannte Qualifikation des Ehepartners/Partners (gemeinsamer Umzug) | 1 |
Ein realistisches chinesisches Profil: eine 29-jährige Person (2 Punkte) mit einem chinesischen Bachelor in Pflege, einem Mangelberuf (1 Punkt), drei Jahren Berufserfahrung (2 Punkte) und Deutsch auf A2 (1 Punkt) erreicht bereits 6 Punkte. Mit Deutsch auf B1 haben Sie komfortablen Spielraum. Nutzen Sie den Eignungscheck, um Ihr eigenes Profil zu bewerten, bevor Sie für etwas bezahlen.
Sie müssen nachweisen, dass Sie Ihre Lebenshaltungskosten während der Jobsuche decken können. 2026 sind das rund 1.091 € pro Monat, also etwa 13.092 € für ein volles Jahr. Sie können dies auf zwei Wegen belegen:
Ein Teilzeit-Arbeitsvertrag in Deutschland (bis zu 20 Stunden/Woche sind mit der Chancenkarte erlaubt) kann ebenfalls zum Nachweis beitragen. Unser Sperrkonto-Rechner zeigt den genauen Betrag, den Sie für den geplanten Aufenthalt einzahlen müssen.
Anders als in den meisten Ländern müssen Antragstellende aus dem chinesischen Festland über die APS (Akademische Prüfstelle) in Peking gehen, die Ihre akademischen Nachweise überprüft. Fast jedes deutsche Visum für chinesische Staatsangehörige verlangt ein APS-Zertifikat, und die Chancenkarte bildet da keine Ausnahme. Planen Sie mehrere Wochen (manchmal länger) ein und beantragen Sie es vor Ihrem Visatermin. Es gibt getrennte APS-Verfahren für Hochschulabsolventen und für andere Antragstellende – prüfen Sie, welches für Sie gilt.
| Posten | Typische Kosten (2026) |
|---|---|
| Nationale (D-)Visumgebühr | 75 € |
| APS-Zertifikat | ca. ¥2.500 (etwa 320 €) |
| Sperrkonto-Einrichtung | 49–150 € + Monatsgebühren |
| Sperrkonto-Einzahlung (wird Ihnen in Deutschland zurückerstattet) | ca. 13.092 € |
| Beglaubigte Übersetzungen | 150–400 € |
| Dokumentenlegalisierung | 25–90 € pro Dokument |
| Reise- und Krankenversicherung | 30–120 €/Monat |
| Anerkennungsgebühr, falls durchgeführt | 100–600 € |
Ohne die rückzahlbare Sperrkonto-Einzahlung sollten Sie mit rund 900–1.600 € an Gebühren rechnen. Die Einzahlung ist Ihr eigenes Geld – Sie heben es monatlich ab, sobald Sie in Deutschland sind.
Die Chancenkarte gibt Ihnen bis zu 12 Monate Zeit, um qualifizierte Arbeit zu finden; zudem dürfen Sie Probebeschäftigung und bis zu 20 Stunden/Woche Teilzeitarbeit ausüben. Sobald Sie eine Stelle finden, die zu Ihrer Qualifikation passt, wechseln Sie zur Blauen Karte EU (EU Blue Card) oder zu einem regulären Aufenthaltstitel für Fachkräfte – oft ohne Deutschland zu verlassen. Ist Ihre Qualifikation noch nicht anerkannt, können Sie die Zeit auch nutzen, um die Anerkennung abzuschließen. Ihr Deutsch während der Suche zu verbessern, erweitert Ihre Optionen enorm; beginnen Sie jetzt mit Deutsch lernen und bereiten Sie sich mit unserer Interview-Vorbereitung auf den deutschen Interviewstil vor.
Wenn Sie eine solide Qualifikation, aber noch kein Jobangebot haben, dann ja – sie löst das Henne-Ei-Problem, für ein Visum einen Vertrag zu benötigen. Die zwei echten Engpässe für China sind das APS-Verfahren und die Dokumentenlegalisierung, beginnen Sie also mit beiden früh. Alles andere – Punkte, Sperrkonto, das Visainterview – ist bei guter Vorbereitung planbar.
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