Ein komplexer Satz besteht aus zwei Teilen: einem Hauptsatz, der für sich allein stehen kann, und einem Nebensatz (Nebensatz), der nicht allein stehen kann, weil er mit einem Verbindungswort wie weil, dass, wenn oder ob beginnt. Du brauchst diesen Satztyp ständig — um einen Grund zu erklären (warum lernst du Deutsch?), um zu berichten, was du weißt oder denkst (ich weiß, dass...), um über eine Bedingung oder Zeit zu sprechen (wenn/als) oder um eine indirekte Frage zu stellen (ich frage, ob...).
Die goldene Regel zum Auswendiglernen: In jedem Nebensatz, der von einem dieser Verbindungswörter eingeleitet wird, rückt das konjugierte Verb ganz ans Ende des Satzteils, statt an zweiter Stelle zu bleiben wie in den einfachen Sätzen, die du in A1 gelernt hast. Vergleiche: Ich arbeite als eigenständiger Satz, aber weil ich arbeite... — hier ist arbeite ans Ende gerückt, weil der Satzteil nun untergeordnet ist: Ich lerne Deutsch, weil ich in Deutschland arbeite.
Diese Regel gilt ausnahmslos für jedes unterordnende Verbindungswort: weil, dass, wenn, ob, obwohl, damit, bevor, nachdem, als. Wann immer du eines dieser Wörter siehst, erwarte, dass das Verb am Ende dieses Satzteils landet.
Ein zweiter wichtiger Punkt: Wenn der ganze Satz mit dem Nebensatz beginnt, statt mit ihm zu enden, kommt das Verb des Hauptsatzes unmittelbar nach dem Komma, gefolgt vom Subjekt: Weil es regnet, bleibe ich zu Hause (beachte, dass bleibe direkt nach dem Komma kommt, dann ich). Das liegt daran, dass der gesamte Nebensatz als „der erste Gedanke" des Satzes zählt, und das Verb des Hauptsatzes muss logisch immer noch die zweite Position einnehmen.
Einige Verbindungswörter verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sich ihre Bedeutungen in der Übersetzung überschneiden können: wenn bedeutet „wenn" für ein wiederholtes oder zukünftiges Ereignis, während als „als" nur für ein einzelnes Ereignis bedeutet, das einmal in der Vergangenheit passiert ist — Lernende verwechseln die beiden oft, weil ihre eigene Sprache vielleicht ein einziges Wort für beides verwendet. Ob entspricht „ob" in einer indirekten Frage ohne Fragezeichen: Ich frage, ob er kommt.
Schließlich bedeuten weil und denn beide „weil", verhalten sich aber völlig unterschiedlich: weil schickt das Verb ans Ende und ist das gebräuchlichere, weiter verbreitete Verbindungswort, während denn die normale Wortstellung unangetastet lässt, als würde es zwei unabhängige Sätze verbinden. Der häufigste Fehler ist, nach weil zu vergessen, das Verb ans Ende zu rücken, was zu Fehlern wie weil ich bin müde statt des korrekten weil ich müde bin führt. Übe diese Regel, bis sie automatisch wird.