Genau wie Verben tragen viele deutsche Adjektive eine feste Präposition, die strukturell an sie gebunden ist und sich nicht ändert; sie lässt sich nicht durch Logik oder direkte Übersetzung wählen, sondern muss zusammen mit dem Adjektiv als eine einzige Einheit auswendig gelernt werden. Dieses Muster heißt Adjektive mit Präpositionen und tritt am häufigsten in Konstruktionen des Typs sein + Adjektiv + Präposition auf, in denen das Adjektiv einen Gefühlszustand oder eine Haltung gegenüber einer bestimmten Person oder Sache beschreibt, die danach über die Präposition genannt wird.
Zum Beispiel verlangt stolz auf den Akkusativ, zufrieden mit verlangt den Dativ und verliebt in verlangt den Akkusativ. Es gibt keine lautliche oder inhaltliche Regel, die erklärt, warum die Sprache sich bei einem bestimmten Adjektiv für die eine statt für die andere Präposition entschieden hat; die Zuordnung ist so willkürlich, wie es Präpositionswahlen oft sind, bei denen fast bedeutungsgleiche Ausdrücke ohne strenge zugrunde liegende Logik verschiedene Präpositionen nehmen können.
In der Praxis folgen diese Adjektive meist dem Verb sein, wobei die Präposition direkt nach dem Adjektiv steht und das Nomen oder Pronomen in dem Kasus folgt, den die Präposition verlangt: Ich bin stolz auf dich. Wenn auf die Präposition ein ganzer Satz statt eines Nomens folgt, kommen dieselben da-/wo-Zusammensetzungen ins Spiel, die auch bei Verben verwendet werden: Ich bin stolz darauf, dass ich es geschafft habe, statt einen vollständigen Satz direkt hinter die Präposition zu stellen.
Bestimmte semantische Gruppierungen helfen beim Auswendiglernen: auf und über verbinden sich oft mit Gefühlen wie Stolz, Ärger, Trauer und Freude; mit und von markieren tendenziell Beziehungen der Abhängigkeit und Zufriedenheit; an und für beziehen sich auf Interesse und Fähigkeit. Diese Gruppierungen sind Merkhilfen, keine strengen Regeln.
Der häufigste Fehler unter Lernenden ist, eine Präposition aus ihrer Muttersprache oder aus dem Englischen zu übertragen, was zu Fehlern wie stolz von statt stolz auf führt, oder zu vergessen, den Kasus des Nomens an das anzupassen, was die Präposition verlangt, und den Akkusativ dort zu verwenden, wo der Dativ erforderlich ist, oder umgekehrt. Die einzige zuverlässige Lösung ist, jedes Adjektiv zusammen mit seiner Präposition und seinem Kasus als eine untrennbare Einheit auswendig zu lernen, genau wie man Vokabeln lernt.