Vor der Grammatik hilft es, das deutsche Universitätssystem selbst zu verstehen, da sich sein Wortschatz nicht immer sauber auf andere nationale Systeme übertragen lässt und eine Verwechslung der beiden zu echten Missverständnissen beim Einschreiben oder beim Beschreiben des eigenen akademischen Werdegangs führt. Deutsche Universitäten sind in drei Hauptstufen gegliedert: Bachelor (typischerweise drei Jahre oder sechs Semester), dann Master (typischerweise zwei Jahre), dann Promotion oder Doktorarbeit für einen Doktortitel. Diese Struktur stammt aus dem europäischen Bologna-Prozess und ähnelt in ihrer Form anderen dreistufigen Systemen, verwendet aber ihre eigenen deutschen Begriffe, die man einfach so lernen muss, wie sie sind.
Es gibt auch eine feine Unterscheidung zwischen Universität und Hochschule: Erstere ist eine traditionelle Forschungsuniversität, die akademische, theoretische Abschlüsse verleiht, während Letztere — oft eine Fachhochschule — zur angewandten, technischen Ausbildung neigt. Das richtige Wort beim Beschreiben des eigenen Werdegangs zu wählen, vermittelt einen genauen Eindruck davon, welche Art von Ausbildung man hat.
Innerhalb des Hörsaals teilen sich die Begriffe nach der Art der Veranstaltung: die Vorlesung ist eine große Lehrveranstaltung, in der die Studierenden meist ohne viel Interaktion zuhören; das Seminar ist eine kleinere Veranstaltung, die Beteiligung, Diskussion und manchmal ein Referat verlangt; die Übung ist eine Praxissitzung, um Aufgaben durchzuarbeiten, die mit der Vorlesung verbunden sind. Jede Studienphase endet in einem eigenen schriftlichen Projekt: eine Hausarbeit ist eine im Laufe des Semesters geschriebene Seminararbeit, während eine Bachelorarbeit oder Masterarbeit die abschließende Abschlussarbeit des Studiengangs ist.
Grammatisch ist zu beachten, dass die zentralen Universitätsverben feste Konstruktionen vorschreiben, die man genau auswendig lernen muss: studieren nimmt das Studienfach direkt im Akkusativ ohne Präposition (Ich studiere Informatik, nicht in Informatik), während sich einschreiben an die Präposition an mit dem Dativ verlangt, da es auf den Ort der Einschreibung (die Universität) verweist. Diese Unterscheidung zwischen einem Verb, das ein direktes Objekt nimmt, und einem, das eine Präposition verlangt, ist die Stelle, an der viele Lernende ausrutschen, indem sie nach studieren oft eine Präposition einfügen — in Analogie zu Wendungen wie "study in" in ihrer eigenen Sprache —, doch das Deutsche braucht hier überhaupt keine Präposition.