Die Verneinung teilt sich im Deutschen in zwei völlig unterschiedliche Werkzeuge auf, je nachdem, was du verneinst — und das ist das Erste, was du in deinem Denken umstellen musst, wenn du an ein einziges Allzweck-Verneinungswort gewöhnt bist.
Das erste Werkzeug ist nicht. Es verneint Verben, wie in Ich arbeite nicht (I don't work), Adjektive, wie in Das ist nicht gut (that's not good), und Substantive, die bereits einen bestimmten Artikel oder ein Possessivpronomen haben, wie in Das ist nicht mein Auto. Das zweite Werkzeug ist kein. Es verneint ausschließlich unbestimmte Substantive — also Substantive, die in einem positiven Satz ein oder eine gehabt hätten, oder Substantive ganz ohne Artikel, besonders im Plural. Tatsächlich ist kein im Grunde nur ein mit eingebauter Verneinung, deshalb verhält es sich genau wie ein: keinen für Maskulinum im Akkusativ, keine für Femininum und Plural, kein für Neutrum und Maskulinum im Nominativ.
Hier ist der praktische Test: Prüfe zuerst, ob die positive Version des Satzes ein oder eine verwendet hätte. Wenn ja, verneine mit kein/keine. Wenn es von vornherein gar kein ein gab — bei einem Verb, einem Adjektiv oder einem bestimmten Substantiv — verneine mit nicht.
Diese Lektion führt außerdem das Verb haben (to have) ein, eines der wichtigsten Verben im Deutschen, weil es Besitz, Alter, Hunger und vieles mehr ausdrückt, wie in Ich habe Zeit oder Ich habe Hunger. Seine Konjugation ist leicht unregelmäßig: ich habe, du hast, er/sie/es hat, wir haben, ihr habt, sie/Sie haben — beachte, wie das b in du hast und er hat verschwindet.
Ein letzter wichtiger Punkt: Wenn du im Deutschen deinen Beruf nennst, verwendest du niemals einen unbestimmten Artikel. Du sagst Ich bin Lehrer (I am a teacher), nicht Ich bin ein Lehrer. Wenn auch deine eigene Sprache den Artikel vor einem Beruf weglässt, verlass dich hier auf dieses Gefühl, statt Wort für Wort aus dem Englischen zu übersetzen.
Ein sehr häufiger Fehler ist, in jeder Situation nach nicht zu greifen, weil es sich wie der universelle Verneiner anfühlt, und so Ich habe nicht Auto statt dem korrekten Ich habe kein Auto zu bilden. Auto ist ein unbestimmtes Substantiv, das im positiven Satz ein gehabt hätte, deshalb braucht es kein, nicht nicht.